Treffen der Formel-1-Legenden

Es ist ein gefeiertes neues Highlight beim AvD-Oldtimer-Grand-Prix: Die Demonstrationsläufe der Formel-1-Legenden der 70er bis 90er Jahre stößt nicht nur bei den Fans auf echte Begeisterung. Kein Wunder, denn diese wunderschönen Fahrzeuge entführen in die Historie des Grand-Prix-Sports. Und auch eine Reihe der Piloten in den Cockpits haben wohlbekannte Namen. Allen voran ist natürlich Jacky Ickx (BEL) zu nennen, er in seinem Formel-1-Siegerfahrzeug von 1972, einem Ferrari 312 B3 Platz nimmt. Aber auch René Arnoux – mit sieben Formel-1-Siegen in der ewigen Statistik der Königsklasse nur einen Triumph hinter Ickx zurück – gehört zu den unbestrittenen Stars. Er geht im gleichen Modell wie Ickx auf die Piste. Für Farbe im Starterfeld sorgen der dreifache Le-Mans-Sieger Marco Werner im Lotus 77 sowie Ex-DTM-Pilot Harald Becker im March 701. Ganz stilecht nimmt dagegen Ex-Formel-1-Pilot Giovanni Lavaggi (ITA) in einem Ferrari 312 F1/69 Platz.

Der Sonderlauf der Formel-1-Fahrzeug beim AvD-Oldtimer-Grand-Prix kommt auch bei den Piloten gut an – wenngleich er unter besonderen Bedingungen erfolgt. „Schön, dass wir nach dem Corona-Stopp wieder fahren können“, sagt etwa René Arnoux. „Ich bin zum ersten Mal beim AvD-Oldtimer-Grand-Prix. Es ist schön, hier durch das Fahrerlager zu gehen und all die unterschiedlichen Autos zu sehen.“ Auf die Frage, ob die kostbaren Grand-Prix-Boliden nicht besser in der Garage oder im Museum untergebracht wären, wehrt Ickx ab – nein, die gehören auf die Strecke. „Es gehört allerdings Mut dazu, diese Fahrzeuge in gutem Zustand zu halten und heute wieder einzusetzen“, sagt der Belgier. „Denn wenn etwas kaputt geht, dann ist das aufwendig und teuer. Es sind eben keine Teile mehr erhältlich.“ Auch Marco Werner findet es „gut, dass seit ein paar Wochen endlich wieder gefahren wird. Es sind so viele wichtige Veranstaltungen ausgefallen – inklusive des Grand Prix in Monte Carlo.“

Es sind eben ganz besondere Fahrzeuge – und besondere Piloten – die hier zusammenkommen. Und natürlich werden auch bei ihnen Erinnerungen wach, wenn sie hier antreten. René Arnoux etwa stieg 1984 ins Cockpit eines ganz besonderen 190er-Mercedes: „Mit dem Grand-Prix-Kurs des Nürburgring verbinde ich das „Race of Champions“ im Mai 1984, mit dem der Kurs nach dem Neubau eröffnet wurde. Das war während meiner Zeit als Ferrari-Werkspilot. Ich freue mich sehr darüber, jetzt wieder hierher zurückzukehren.“ Und was man sich 1984 einmal eingeprägt hat, das vergisst man so schnell nicht: „Mein erster Eindruck im Formel-1-Auto ist, dass ich erst mal den Streckenverlauf wieder lernen muss“, schildert Arnoux. „Deshalb war ich in den ersten Runden zunächst etwas verhalten unterwegs, um Gefühl für die Strecke und das Auto zu entwickeln. Abgesehen davon hatte ich viel Spaß im Auto – der Ferrari ist wirklich angenehm zu fahren.“

Großen Spaß haben auch andere. Marco Werner etwa, der das Feld mit einem Lotus 77 bereichert. „Der wurde 1976 aufgebaut und beim ersten Grand-Prix 1977 von Ronnie Peterson gefahren“, schildert der gebürtige Dortmunder. „Doch Peterson überwarf sich mit dem Team, danach übernahmen andere Fahrer dieses Fahrzeug. Mein Auto war das erste Groundeffect-Modell von Lotus und die Basis für die Rückkehr des Teams auf die Erfolgsspur.“ Fast ein Jahrzehnt älter ist der Ferrari 312, den Giovanni Lavaggi am Ring pilotiert. Das tut dem Vergnügen keinen Abbruch, wie der Italiener verrät: „Ich liebe einfach jedes Rennauto. Natürlich sind Fahrverhalten und Performance völlig anderes als zu meiner Formel-1-Zeit Mitte der 90er. Aber es macht trotzdem Riesenspaß.“ Für den sympathischen Sizilianer gilt wohl das, was an diesem Wochenende so mancher Pilot ganz ähnlich empfindet: „Ich habe diese Autos als kleiner Junge gesehen – als ich nur davon träumen konnte, ein Profi-Rennfahrer zu werden. Deshalb ist es etwas sehr Besonderes für mich, in solch einem Rennauto zu sitzen.“

© AvD / Gruppe C

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