DRM-Revival und 100 Meilen: Full House im Mixed-Feld

Zu den Neuerungen im Programm des AvD-Oldtimer-Grand-Prix gehört ein überarbeitetes Konzept für das Rennen 4, in dem es bislang ausschließlich um ein Revival der Deutschen Rennsport-Meisterschaft (DRM) ging. Seit diesem Jahr steuert die FHR weitere Starter zu diesem Lauf bei – die Teilnehmer der FHR 100-Meilen-Trophy, die für GT, Touren¬wagen und zweisitzige Rennsportwagen der Jahre 1972 bis 1981 nach FIA-Anhang K ausgeschrieben ist. Die „neuen“ Fahrzeuge harmonieren historisch und leistungsmäßig in weiten Bereichen so gut mit dem DRM-Revival, dass einzelne Teilnehmer in beiden Startgruppen antreten können. Ganz neu und für die Zuschauer an der Strecke sicherlich spektakulär sind auch die CanAm-Fahrzeuge, die in der FHR-Serie fahren. Sie bedeuten aber auch neue Herausforderungen für die Teilnehmer.

Ein Beispiel für die gegenseitige Durchlässigkeit der Reglements liefert eine Mannschaft, die schon in den vergangenen Jahren Stammgast im Revivallauf war: das Kölner Team Kremer Racing. Teaminhaber und Fahrer Eberhard A. Baunach ist diesmal mit einem Porsche 911 RS am Start und freut sich über das turbulente Treiben auf der Strecke. „Das Starterfeld ist natürlich jetzt deutlich angewachsen, und das ist für die Zuschauer genau so schön wie für die Teilnehmer.“ Fast 50 Fahrzeuge stürzen sich ins Rennen und werden mit vielen Überholmanövern und Positionskämpfen eine tolle Show liefern. Für die GT- und Tourenwagen-Piloten heißt es dabei auch, aufmerksam in den Rückspiegel zu schauen. „Wenn die ultraflachen Rennsportwagen auf der Gerade von hinten kommen, ist es manchmal gar nicht einfach sie zu sehen", hat Baunach festgestellt. Deshalb hat er an seinem 911 bereits bei einem vorangegangenen Einsatz den rechten Außenspiegel versetzen lassen, sodass seine Sicht nun noch weiter abwärts reicht. Die Leistungsunterschiede äußern sich dabei nicht durchgängig: „In den Kurven sind wir gleichauf mit den Sportwagen – erst auf der Geraden macht sich der Leistungsunterschied dieser Fahrzeuge brachial bemerkbar. Aber im Regen haben wir auch mit etwas untermotorisierten Fahrzeugen unsere Chancen. Und gerade der 911er mag durch seine Hecklastigkeit Regen.“

Mücke: Vater und Sohn teilen sich erstmals den Gruppe-5-Capri

Eine ganz ähnliche Feststellung hat ein weiteres Stammteam des DRM-Revivals gemacht. BWT-Mücke Motorsport aus Berlin bringt auch in diesem Jahr seine beiden Ford Capri an den Start. „Auch wenn wir mit unseren Audi R8 LMS parallel beim GT-Masters in Zandvoort am Start stehen, lassen wir uns den AvD-Oldtimer-Grand-Prix natürlich nicht entgehen“, sagt Stefan Mücke, der im Gruppe-2-Capri RS 3100 von 1974 antritt. Weil auch Vater Peter Mücke im legendären Gruppe-5-Zakspeed-Capri von 1980 am Nürburgring mit von der Partie ist, leitet beim Rennen im niederländischen Badeort ausnahmsweise ein anderes Teammitglied den Einsatz. „Wir bringen den Zakspeed-Capri auch bei den Tourenwagen Classics an den Start und werden das Auto dort gemeinsam fahren“, schildert der 39jährige Profipilot Stefan. „Die Rennen schreiben im 40-Minuten-Rennen einen zweiminütigen Pitstop mit Möglichkeit zum Fahrerwechsel vor, das passt also gut.“ Vater und Sohn teilen sich den legendären Gruppe-5-Boliden dabei zum ersten Mal. Im DRM-Revival bleibt es aber wie gehabt bei zwei sehenswerten Fahrzeugen, und auch hier können sich die Piloten mit dem Zuwachs im Starterfeld anfreunden. „Das volle Starterfeld mit vielen interessanten und schönen Fahrzeugen ist natürlich toll“, sagt Stefan Mücke, für den die Konkurrenz im CanAm-Fahrzeug aber ebenfalls gewöhnungsbedürftig ist. „Aus den GT-Fahrzeugen und Tourenwagen heraus sind die schwer zu sehen, und wenn man sie neben sich hat, muss man hellwach sein.“ Eine Situation, die Mücke aber prinzipiell nicht völlig unbekannt ist: In der FIA Langstrecken-Weltmeisterschaft fährt er im aktuellen Ford GT ebenfalls in einem gemischten Feld aus Sportwagen und GT.

Für Stefan Mücke steht allerdings auch fest: Seinen Capri möchte er auch gegen einen der schnellen CanAm-Sportwagen nicht hergeben. „Das ist einfach ein phänomenales Auto“, schwärmt er vom Gruppe-2-Renner. „Sicherlich ist das gerade im Vergleich zu einem modernen GT-Auto harte Arbeit. Da braucht man dicke Oberarme, die Schaltung ist ganz anders, man muss Zwischengas geben: Diese Autos sind schwer zu fahren. Hut ab vor den Piloten, die sie früher in Langstreckenrennen bewegt haben. Da hat man alle Hände voll zu tun. Aber das macht es eben auch interessant.“

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