Traumautos wo man hinschaut ...

Bei 500 Rennwagen auf der Strecke und einer kaum überschaubaren Ansammlung toller Ausstellungs- und Clubfahrzeuge fällt es schwer, beim AvD-Oldtimer-Grand-Prix seinen Favoriten zu küren. Anders herum gesagt: Hier findet garantiert jeder Besucher „sein“ Traumauto. Schon ein kleiner Streifzug durch das Fahrerlager genügt bereits, um sich davon zu überzeugen. Hier ein paar Anregungen ...

Ein Stück deutscher Historie
Im Historischen Fahrerlager sind auch Rennwagen der frühen Nachkriegszeit zu finden. Da ist zum Beispiel eine große Abordnung von Healey Silverstone oder auch ein Veritas. Letzterer wurde auch hier am Nürburgring produziert, als Basis diente dabei der BMW 328 aus der Vorkriegszeit. Die gleiche technische Basis hatte ein Fahrzeug, dessen Wiege in Ostdeutschland stand: Der BMW „Großer Werkmeister“ von 1952, den der Filderstädter Rudolf Körper mit Co-Pilotin Karolina Matijevic pilotiert, ist nach langer Pause erst zum zweiten Mal beim AvD-Oldtimer-Grand-Prix zu sehen. „Das Auto ist 1949 bis 51 entstanden und nahm 1952 zum ersten Mal an einem Rennen teil“, schildert Körper. „Der Konstrukteur Georg Werkmeister gab dem Auto ursprünglich eine Aluminiumkarosserie, die von Hufnagel gebaut wurde, aber zu DDR-Zeiten durch Blech ersetzt wurde. Wir haben bei der Restaurierung quasi den Originalzustand wiederhergestellt, ansonsten ist das Auto praktisch vollständig original.“ Mit seiner verschlungenen Historie ist der bildschöne Sportwagen auch ein faszinierendes Stück deutsch-deutscher Geschichte. Einst war er ein Aushängeschild der DDR: „Bei meinen Starts habe ich immer wieder ganz viel positives Feedback von Menschen bekommen, die das Auto damals bejubelt haben“, so Körper. „Da gab es Momente, wo mir jemand mit Tränen in den Augen sagte: ‚Dass ich das noch erleben darf...’, und das ist natürlich ein ganz besonderer Moment.“

Titus Dittmann: Ford GT40 – rennfertig, aber straßenzugelassen
Wenn Titus Dittmann auftaucht, dann geht es meistens um vier Räder – bloß sind die in der Regel aus Hartgummi und im Vergleich zu Autoreifen winzig: Der Münsteraner gilt als Vater der deutschen Skateboard-Szene und ist mit seiner Titus GmbH traditioneller Haus- und Hoflieferant aller Skater hierzulande. Aber der Unternehmer engagiert sich auch im sozialen Bereich. In seinem Projekt „Skate-aid“ fördert er rund um die Welt Kinder und Jugendliche bei ihrer Entwicklung zu verantwortungsvollen, selbstbesteimmten Persönlichkeiten. Mit dem Bau von Skateparks, der Durchführung von Workshops, Austausch- und Freiwilligenprogrammen und weiteren Aktionen hat der studierte Pädagoge Beruf und Berufung sowie soziales Engagement sehr effektiv auf einen Nenner gebracht. (Infos: www.skate-aid.org). Aber der Westfale ist auch Automobilenthusiast. Am Stand des Automobilclub von Deutschland im Fahrerlager stellt er seinen Ford GT40 von 1968 aus, der „gottseidank Straßen¬zugelassen ist“, strahlt Dittmann. „So kann ich zum Beispiel bei Track-Days mitfahren, wo in der Regel die Straßenzulassung notwendige Voraussetzung ist“, und fügt lachend hinzu: „Für die Ausfahrt in die Eisdiele ist dieses Auto nicht geeignet.“ Mit dem tollen Renner hat sich der Unternehmer einen langjährigen Traum erfüllt. Denn angefangen hat die Automobil¬begeisterung schon als Student, „als ich nicht nur an meiner Ente, sondern auch denen meiner Freunde schraubte.“ Doch Studium, Unternehmens¬gründung und -aufbau ließen erst budgettechnisch und später zeitbedingt keine großen Sprünge zu. Inzwischen konnte er sich aus dem operativen Geschäft zurückziehen, widmet sich seiner Stiftung – und dem Motorsport als rasantem Hobby.

Aus Alt mach Neu: Jaguar Land Rover zeigt Modelle wie aus dem Ei gepellt
Einiges an automobilen Preziosen zu entdecken gibt es auch bei Jaguar Land Rover beim AvD-Oldtimer-Grand-Prix. So zeigt die britische Marke etwa den XKSS oder verschiedene E-Types. Auch das 25jährige Jubiläum des XJ220 nimmt breiten Raum ein: Ex-Formel-1- und DTM-Pilot Christian Danner, Chef-Instruktor der Jaguar Driving Academy, widmet sich am Wochenende etwa in mehreren Talks dem Supersportwagen sowie dem Jaguar-Engagement in der Formel E. Faszinierend ist auch das neue Angebot für werksseitige Restaurierungen nach Kundenwusnch. Das „Reborn-Programm“ präsentiert sich auf dem Jaguar-Gelände mit zwei Beispielen: Je ein Range Rover der ersten Generation sowie ein Jaguar E-Type stehen sich dort als unrestauriertes Original und „neu geborenes“, perfekt restauriertes Modell gegenüber. Die Kunden können dabei sogar ihren Wunsch-Jaguar nach historischen Vorbildern konfigurieren.

Pikes-Peak-Audi im Feld der Rallye-Ikonen
Seit dem vergangenen Jahr bereichern die Rallyefahrzeuge der Interessengemeinschaft „Slowly Sideways“ den AvD-Oldtimer-Grand-Prix um eine hochinteressante Facette des historischen Motorsports – und auch in diesem Jahr bringt die Gruppe tolle Autos mit zum Nürburgring. Ein sehr bemerkenswertes Stück hat seinen Platz gefunden in der kleinen Rallye-Ausstellung im Motor-Klassik-Zelt: Es ist der beeindruckende „Pikes Peak“-Audi quattro von Stephan und Tim Süsens. Das Auto lief jedoch nie beim legendären Bergrennen auf der knapp 20 km langen Strecke auf den 4.301 Meter hohen US-Gipfel. Süsens baute vielmehr ein historisches Originalfahrzeug in das „Flügelmonster“ um. In 1500 Arbeitsstunden entstand der faszinierende Quattro, der vom Vorbild praktisch nicht zu unterscheiden ist. Nur beim Antriebsstrang machten die Rallyeenthusiasten leichte Konzessionen, doch auch der nun verbaute überträgt die 600 bis 800 PS des Audi sicher. Mit dem Original ist die Geschichte vom „Race to the Clouds“ im Jahr 1987 verbunden, bei dem damals mit Audi, Peugeot und VW drei europäische Werke antraten. Rallye-Ikone Walter Röhrl hatte schließlich die Nase vorne und durchbrach bei seiner Fahrt als erster Pilot die Schallmauer von elf Minuten: 10:47.850 Minuten brauchte der „Lange“ damals exakt zum Sieg.

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