Tourenwagen-Show bei Rallyewetter

Der einstündige Lauf der AvD-Tourenwagen- und GT-Trophäe am Samstagnachmittag war ein Fest für die Fans: Im grandiosen Starterfeld, das bis auf den letzten Platz ausgebucht war, zeigten die teilweise über 60 Jahre alten Rennwagen, dass sie nichts von ihrer Faszination eingebüßt haben. Den Sieg machten bei regnerischem Wetter allerdings die neuesten Modelle im Feld aus: Pole-Sitter Sebastian Glaser (München) ging in seinem Ford Escort RS 1600 von 1971 auch als Sieger durchs Ziel. Nach einem turbulenten Rennen holten seine Teamkollegen Heinz Schmersal (Wuppertal) und Mike Stursberg (Wermelskirchen) nach einer tollen Aufholjagd in ihrem Escort RS 1600 den zweiten Platz. Markus Niestrath (Wegberg) sicherte sich in seinem Alfa Romeo 1750 GTAm als Gesamt-Dritter auch die Siegertrophäe in der von Alfa Romeo Deutschland gestifteten Alfa-Romeo-Sonderwertung. Und auch die erstmals ausgeschriebene Wertung des Generations-Cup war spannend. Nach einer fehlerfreien Vorstellung siegte hier das schweizer Vater-Sohn-Gespann aus Christian und Nicolas Traber in ihrem BMW 2002 vor den Aachenern Nico und Bernd Kalf im BMW 2002 TI.

Im Kampf der Tourenwagen und GTs aus den 50er bis 70er Jahren spielte – wie so oft – das Wetter eine wichtige Rolle. Der von Platz eins gestartete Sebastian Glaser konnte bei wechselhaften Bedingungen seine Pole in einen knappen Sieg umsetzen und ging nach 27 Runden mit 0,656 Sekunden Vorsprung vor den Kollegen Schmersal und Stursberg durchs Ziel. Die Zweitplatzierten hatten dabei eine beachtliche Aufholjagd hinter sich. Denn nach technischen Problemen im Training konnten sie nur vom 26. Startplatz ins Rennen gehen. „Ich habe mich in meinem Stint bis auf Platz vier nach vorne gearbeitet“, berichtete Heinz Schmersal anschließend, „wir hätten vielleicht sogar den Gesamtsieg holen können. Doch Mike (Stursberg) hat nach dem Boxenstopp die weiße Linie am Ende der Boxengasse überfahren und musste zu einer Drive-Through-Strafe an die Box.“ Der Wuppertaler konnte es aber mit Humor nehmen und witzelte: „Mike bezahlt dafür heute Abend bei der Feier das Bier.“ Und weil es sich beim Sieger um einen Teamkollegen im Rüddelteam handelte, konnten es die Zweitplatzierten ohnehin mit Fassung tragen. Auch das Wetter konnte die Spitzenreiter nicht schrecken. „Ich fahre jetzt über 20 Jahre in der Eifel Rennen – da kann einen dieses Wetter wirklich nicht schocken. Im Grunde genommen ist unser Escort RS sogar für nasse Verhältnisse ideal. Zudem hatten wir von Beginn an auf Regenreifen gesetzt und lagen damit genau richtig.“ Das sah ein anderer Pilot ganz ähnlich: Der siebenfache deutsche Rallyemeister Matthias Kahle (Köln) ging im kleinen 1.300-Kubik-Skoda 130 RS an den Start und konnte sich auf der nassen Piste bis auf Platz fünf nach vorne arbeiten. Die abtrocknende Bahn sorgte dann aber dafür, dass er mit Teamkollege Andreas Leue (Schöneiche) bis auf Platz 21 durchgereicht wurde.

Generations-Cup bei der Premiere ein voller Erfolg
Auf große Resonanz stieß die neu eingeführte Wertung für Teams aus Eltern und Kindern. Eine ganze Reihe von Teams, die meist aus Vater und Sohn bestanden, hatte sich für den Wettbewerb um diesen Cup eingeschrieben. Am Ende setzten sich Christian Traber und sein Sohn Nicolas im BMW 2002 durch, die einen exzellenten fünften Gesamtplatz einfuhren. „Ich finde das eine tolle Idee“, kommentierte Nicolas Traber die neue Wertung. „Es motiviert Väter, ihre Söhne mitzunehmen und gemeinsam zu starten.“ Augenzwinkernd setzte er hinzu: „So müssen nicht die Söhne fragen ob sie mitkommen können, sondern die Väter fragen auch einmal den Sohn.“ Für Vater Christian ist das längst eine Selbstverständ-lichkeit, bildet er doch mit seinem Spross ein routiniertes Tourenwagen-Team. „Wir fahren in einer französischen Serie auf dem BMW 2002 ohnehin immer gemeinsam. Aber dort gibt es keine Vater-Sohn-Wertung. Das ist etwas ganz Spezielles mit eigenen Gesetzen. Denn man kann sich nicht einfach einen guten Paydriver mit auf das Auto nehmen, sondern geht als Familie an den Start. Das war auch für uns der Hauptgrund, in diesem Jahr beim AvD-Oldtimer-Grand-Prix zu starten. Die Idee war also für uns genau richtig.“

Aber nicht nur der Familienvergleich bewog die Teams, ihre Nennung abzugeben. So schildert etwa Martin Halusa halb scherzhaft und halb ernst: „Ich habe vier Söhne, und alle fahren sie Rennen. Wenn wir nicht ab und an gemeinsam Rennen fahren würden, dann würden wir uns vermutlich nie sehen.“ Er bildete diesmal ein Team mit Sohn Lukas. „Wir alle sind natürlich völlige Amateure. Aber das ist nicht wichtig. Der eine fiebert für den anderen, das ist schon großartig.“ Und der Filius ist von gemeinsamen Starts mit seinem Vater ohnehin begeistert: „Ich würde schon von irgendwo in der Welt einfliegen, auch um meinen Vater zu sehen – und mit ihm Rennen zu fahren, natürlich.“

Stark besetzte Alfa-Romeo-Wertung
Auch die Sonderwertung für Alfa-Romeo-Fahrzeuge sorgte für zusätzliche Spannung bei der AvD-Tourenwagen- und GT-Trophy. Vier Alfa Romeo 1750 GTAm führten am Ende das Tableau an. Der schnellste von Ihnen wurde vom Wegberger Markus Niestrath pilotiert, der die von Alfa Romeo Deutschland gestiftete Siegertrophäe in Empfang nehmen konnte. Hinter ihm liefen im vollen Starterfeld mit insgesamt 19 gewerteten Fahrzeugen Mathias Körber (München) und Nikolas Ditting (Hamburg) im Ziel ein.

AvD-Oldtimer-Grand-Prix Shop

Dieses Jahr in schwarz und rot gehalten  – Die neue Kollektion zum 45. AVD-Oldtimer-Grand-Prix ist ab jetzt verfügbar!

Zum Shop