Lotus-Jubiläum am Nürburgring gefeiert

Lotus – das ist ein Begriff für jeden, der mit Motorsport und sportlichen Automobilen etwas anfangen kann. Die Marke, die einst vom legendären Colin Chapman gegründet wurde, feiert in diesem Jahr ihren 70. Geburtstag. Und der wird beim AvD-Oldtimer-Grand-Prix gebührend gewürdigt: Im Zelt des Fachmagazins Motor Klassik ist eine Ausstellung von Lotus-Modellen zu sehen, von denen einige Geschichte schrieben. Als Ehrengast vor Ort: Clive Chapman, der Sohn des genialen Konstrukteurs, Teamchefs und Formel-1-Revolutionärs. Er plauderte im Interview am Samstag nicht nur über Familien- und Rennsport-Anekdoten, sondern auch über seine eigene Beschäftigung mit der Marke: Er ist heute Leiter des historischen Lotus-Rennteams. „Ich freue mich über das tolle Line-up von Fahrzeugen hier am Nürburgring“, sagt der Chapman-Spross. „Schön, dass Lotus hier so einen breiten Raum einnimmt.“

Prunkstück der ausgestellten Fahrzeuge ist ein Lotus 49B aus der Werkssammlung von Lotus. Der Formel-1-Rennwagen von 1968 wurde bis 1970 in der Königsklasse eingesetzt. Und wenn die lange Einsatzdauer aus heutiger Sicht schon erstaunlich genug ist, so war der Monoposto dabei auch noch durchgängig wettbewerbsfähig: In seiner Debütsaison gewann der spätere Weltmeister Graham Hill mit dem Fahrzeug zwei Grand Prix – darunter das prestigeträchtige Rennen in Monaco. Am Nürburgring wurde er auf Position zwei abgewinkt. 1969 wiederholte Hill mit dem Rennwagen seinen Monaco-Triumph – nachdem der 49B zu Saisonbeginn mit Jochen Rindt in der Tasman-Serie eingesetzt worden war: Dieser Lotus mit der Chassis-Nr. R5 verkörpert damit ein echtes Stück Motorsport¬historie. Automobilgeschichte schrieb aber auch der Lotus MK 8, der am Nürburgring zu sehen ist. Der Wagen von 1954 war das erste Rennfahrzeug aus der Feder von Colin Chapman mit aerodynamisch ausgeformter Karosserie und echtem Gitterrohr¬rahmen. Auch ein späterer Lotus-Formel-1-Rennwagen zieht darüber hinaus die Blicke der Besucher auf sich: Der Lotus 99T von 1987 holte den letzten Formel-1-Sieg des Teams. Ayrton Senna erzielte ihn beim GP der USA. Natürlich fehlen außerdem die Straßenmodelle der britischen Marke nicht. Ein Lotus Elite Typ 14 (1957 – 1963) als klassischer Vertreter und seine modernen Nach¬fahren in Form eines GT410 Sport und eines Lotus Exige Cup430 sind ausgestellt.

Chapman beeindruckt vom AvD-Oldtimer-Grand-Prix

Ein ganz besonderer Augenblick war natürlich der Besuch von Chapmans Sohn Clive. Er leitet das historische Lotus-Rennteam und ist schon kraft Geburt Experte für die Unternehmenshistorie. Er zeigte sich zunächst beeindruckt vom Geschehen am Ring: „Früher war ich regelmäßig beim AvD-Oldtimer-Grand-Prix – aber nun war ich vier Jahre lang verhindert, weil mein Geschäft mich einfach zu sehr in Anspruch nahm. Und ich muss sagen: In dieser Zeit ist die Veranstaltung um einiges gewachsen. Das hat mich sehr beeindruckt.“ Auch dass die Lotus-Modelle in den Rennen des AvD-Oldtimer-Grand-Prix immer wieder anzutreffen sind, freute Chapman. „Ich habe nicht gezählt, wie viele Lotus hier fahren. Aber eines ist mir aufgefallen: Wo immer ein Lotus dabei ist, ist er hier am Nürburgring weit vorne zu finden.“

Wo echte Rennfahrer echte Rennen fahren ...

Insgesamt beobachtet Chapman die Klassik-Szene durch seine beruflichen Aufgaben sehr aufmerksam. „Der Bereich der historischen Fahrzeuge und Rennen boomt in den vergangenen Jahren“, weiß er. „Nicht nur, weil einige Industriepartner hinzugekommen sind, sondern auch weil viele Menschen heute im historischen Motorsport investieren. Auch wenn dabei niemand reich wird – es ist einfach der Anspruch, den diese Menschen an ihre Leidenschaft haben. Das ist sehr liebenswert. Der AvD-Oldtimer-Grand-Prix ist eine der Veranstaltungen mit der größten Tradition in diesem Bereich und profitiert davon.“ So war es schließlich kein Zufall, dass Lotus den 70. Geburtstag der Marke hier am Nürburgring feiert. „Wir haben das bewusst entschieden“, so Clive Chapman. „Der AvD-Oldtimer-Grand-Prix ist eben das Event, auf dem man sein muss. Natürlich gibt es auch andere hochklassige historische Motorsportveranstaltungen – Le Mans etwa für Sportwagen. Oder auch den historischen GP von Monaco, wo wieder andere Schwerpunkte gesetzt werden. Aber das Event hier am Nürburgring lässt sich ein wenig mit der Silverstone Classic auf der britischen Insel vergleichen. Es ist da, wo echte Rennfahrer echte Rennen fahren. Und wenn diese beiden Aspekte zusammenkommen, hat man eine tolle Motorsport-Party.“

© Gruppe C / AvD

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