Formel-1-Star Ralf Schumacher kürte die Sieger

In den Rennen der FIA Masters Historic Formula One Championship ging es an diesem Wochenende um den Preis des Hauses Ravenol. Der Schmierstoffhersteller war dabei nicht nur für die Siegerpokale zuständig, sondern auch dafür, dass sie von prominenter Hand überreicht wurden: Ex-Formel-1-Star Ralf Schumacher kürte als Markenbotschafter von Ravenol die Sieger nach dem zweiten Lauf am Sonntag. Im Interview blickt er auf die eigene Karriere zurück, die auch ein Stück Motorsportgeschichte fortführt: Der deutsche Kart-Pionier Wolfgang Graf Berghe von Trips war Initiator jener Kartbahn in Kerpen, auf der Schumacher und viele andere Top-Piloten ihr Handwerk lernten. Heute ist der gebürtige Kerpener nach dem Ende seiner Fahrerkarriere als Teamchef eines eigenen Kart- und Formelteams tätig und führt damit die Tradition der Nachwuchsförderung mit zeitgemäßen Mitteln fort. Viele Themen also für ein spannendes Interview ...

???: Du hast das Rennen der historischen Formel-1-Fahrzeuge aus der Sprecherkabine mit verfolgt – kann man diese Rennwagen mit denen vergleichen, in denen Du selbst 180 Grand Prix bestritten hast?

Ralf Schumacher: „Ich glaube, das wäre nicht legitim – jede Zeit hat ihre Eigenarten. Bei diesen historischen Fahrzeugen sage ich: Hut ab vor den Piloten, die darin gefahren sind. Denn die Sicherheitsstandards waren natürlich bei weitem noch nicht auf dem heutigen Stand – und das nicht nur bei den Autos sondern auch bei den Strecken. Es gehörte auch Mut dazu, in diesen Formelautos um jedes Zehntel zu fighten.“

???: Deine Karriere begann auf der Kartbahn in Kerpen mit ihrer langen Tradition und führte bis in die Formel 1. Du bist selbst ein Teil der Motorsporthistorie geworden. Ist man sich dessen eigentlich als Pilot bewusst?

Ralf Schumacher: „Nein. Es hat sich einfach so ergeben. Man muss es leben – muss es auch wollen. Und planbar ist das schon gar nicht. In meinem Fall wuchs es eben so. Schade ist natürlich, dass die Kartbahn Ende 2020 der Braunkohle weichen wird. Und es gibt derzeit leider keine realistischen Alternativen zu ihr. Insofern wird dieser Teil der Tradition wohl untergehen.“

???: Du führst die Tradition anders fort und ziehst als Teamchef junge Kartpiloten heran und machst sie reif für die Formel-Karriere. Wie kam dieser Schritt?

Ralf Schumacher: „Ich habe immer davon geträumt, mein eigenes Team zu haben. Und mit jungen Leuten zu arbeiten macht mir sehr viel Spaß. Denn der Wettbewerb ist auch in diesem Bereich äußerst hart: In internationalen Rennen sind die Top 10 im Qualifying häufig innerhalb eines Zehntels – das ist eine Riesenherausforderung, und auch der Leistungsdruck ist groß. Als Teamchef muss man da auch auf die jungen Fahrer und ihre Entwicklung ein Auge haben. Die ersten, die ich von klein auf betreut habe, kommen jetzt in die Formel 4. Es ist sehr schön zu sehen, wie sich diese jungen Piloten entwickelt haben. Inzwischen ist das Team schon ein ansehnliches Unternehmen geworden.“

???: Es sind junge Fahrer, wie Du selbst einmal einer warst. Erinnerst Du Dich an deinen Weg zurück und siehst Dich Du in diesen jungen Piloten selbst?

Ralf Schumacher: „Ehrlich gesagt: nein. Natürlich habe ich viel Erfahrung gesammelt und weiß, wie ein junger Fahrer ticken kann. Ich selbst habe aber immer nach vorne geblickt. Im Motorsport habe ich viele schöne Erlebnisse gehabt, aber was abgeschlossen war, das habe ich immer auch hinter mir gelassen. Und spätestens in der Formel 1 mit den vielen Rennen, Tests und anderen Terminen ging die Zeit ohnehin wie im Zeitraffer vorbei. Für Rückblicke war da keine Zeit.“

???: Du bist Markenbotschafter des Schmierstoffherstellers Ravenol. Etwas provokant gefragt: Macht die Art des Schmiermittels denn überhaupt etwas aus?

Ralf Schumacher: „Im Kartsport und der Formel 4 arbeiten wir als Team auch mit Ravenol zusammen, das ist für uns ein wichtiges Thema: Das Öl im Motor ist wie das Blut beim Menschen – entscheidend für die Langlebigkeit und die Leistung. Und speziell im Performancebereich werden die Unterschiede deutlich. Wir kämpfen um jedes PS, und da ist die Zusammenarbeit mit einem guten und engagierten Partner auch beim Thema Schmierstoffe ganz wichtig. Aber auch im Klassikbereich ist das relevant. Ich habe selbst einige alte Fahrzeuge und musste lernen, dass moderne Öle für diese Motoren häufig ganz ungeeignet sind: Die füllt man oben ein und unten laufen sie wieder aus. Deshalb sind spezielle Klassik-Öle ganz wichtig.“

???: Was ist denn Dein persönlicher Favorit im Historik-Bereich?

Ralf Schumacher: „Bei mir in der Garage stehen Porsche, Ferrari und Mercedes-Benz – und US-Modelle. Die beeindrucken mich immer, weil dort schon in den 50er Jahren viele erstaunliche Komfortfeatures eingebaut waren. Aber auch wenn ich ein paar alte Autos habe, bin ich im historischen Motorsport kein Experte. Hier im Fahrerlager habe ich natürlich viele tolle Autos gesehen – mein persönlicher Favorit bislang war der BMW M1 aus dem DRM-Revival.“

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